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  • FABIAN WIDUKIND PENZKOFER

    COLLAGE, INSTALLATION, TEXTILKUNST

    „MISSION MORGENSTAUB 2“

    12.04. – 03.05.2026

    Zur Ausstellungseröffnung am Sonntag, den 12. April 2026, um 11.30 Uhr laden wir Sie und Ihre Freunde herzlich ein. Der Künstler ist anwesend. Es erscheint eine Edition. Kuratorin: Maria Sieberg

    Öffnungszeiten
    Sonntag 11–17 Uhr, Samstag 15–18 Uhr, und nach Vereinbarung.

    VITA

    1991geboren in Schorndorf
    2017-2023 Studium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart (Diplom) bei Prof. Reto Boller,
    Prof. Andreas Opiolka, Cindy Cordt, Daniel Mijic und Astrid Schindler.
    Lebt und arbeitet in Schorndorf, Dresden und Berlin.

    Werke von Fabian Widukind Penzkofer wurden im Rahmen diverser Ausstellungen in Deutschland, Frankreich, Serbien, Bulgarien, Österreich und in der Schweiz präsentiert. Zudem war er Stipendiat des Interreg Transnational Danube Programme und der Werkstatt Plettenberg, ist Preisträger des Heussen Perspectives Award und hatte Residenzen im Freiburger E-WERK, bei der Kollision der Künste in Bischofswerda und Weißwasser, in der Künstlerstadt Kalbe, auf der Raketenstation Hombroich und bei der Art Okupacija 3 in Sombor (SRB). 

    Zum genaueren Nachweis aller Ausstellungen darf auf die Homepage www.fabianwidukindpenzkofer.de verwiesen werden.

    Aus der Serie „Bots“ / Installation, Stickerei und Stoffcollage / 2024 / Foto: Ana Baumgart

    „Fabian Widukind Penzkofer ist Erzähler, allerdings folgen seine Geschichtsstränge keinem klassisch linearen Aufbau, sondern setzen sich aus einer Vielzahl erzählerischer Potentiale zusammen: Aus genutzten Materialien, offengelegten Arbeitsprozessen, figurativen Darstellungen und der Verwendung  von Sprache. Geschichtsfragmente zeigen sich in Spuren an Werkstoffen, in der Bearbeitung von Material und in installativen Präsentationsformen. Die einzelnen Elemente ergänzen und erweitern einander, machen sich unkenntlich und überschreiben sich wechselseitig. Dabei changieren sie zwischen Tafelbild und Relief, erweiterter Malerei und Plastik und vereinen eine Vielzahl vermeintlicher Gegensätze. Hierfür kommen unterschiedliche Medien zum Einsatz, wobei wiederholt Inszenierungen von Stickereien, Stoffcollagen und Videoarbeiten zentrale Rollen einnehmen. 

    Aus der Serie „Out of Time“ / Montage, Acrylfarbe und Stickerei auf Papier mit Brailleschrift / 2025 / Foto: Simon Mensger

    Insbesondere die Stickerei wird als Technik zu Penzkofers Sprachrohr, da sie vorhandenes Material überschreibt, wobei die einzelnen Fäden und Garne ihren Untergrund durchdringen, verformen und Spuren hinterlassen, die sowohl in Form zarter Zeichnungen in Erscheinung treten können wie auch als dreidimensionale Wollgebilde. 

    Aus der Serie „Out of Time“ / Montage, Acrylfarbe und Stickerei auf Papier mit Brailleschrift / 2025 / Foto: Simon Mensger

    Das Überschreiben tritt beispielsweise in der Serie „Out of Time“ in besonderer Weise in den Vordergrund, in der Penzkofer digitale Fundstücke aus dem Internet in Stickereien überträgt, die in mit Brailleschrift bedruckten Buchseiten eingearbeitet werden. Dargestellt sind Denkmäler, welche in Zwischenstadien wie Abriss oder Transport gezeigt werden, umgeben von leuchtenden und entleerten Landschaften. In den Fokus rückt die Wiederbelebung angestaubter Erinnerungsmonumente im Moment der Transformation vom physischen zum digitalen Denkmal. Im Arbeitsprozess wird das Papier durch den Einsatz von Nadel und Faden irreversibel verändert. Geschichte wird fortgeschrieben und überschrieben.

    Aus der Serie „Weightless“ / Stickerei auf Baumwolle / 2025 / Foto: Fabian Widukind Penzkofer

    Handarbeit als eine Annäherung, in der der Duktus des Menschen stets durchschlägt, zeigen sich insbesondere in den Werken der Serie „Bots“, die sowohl menschliche als auch maschinelle Merkmale aufzeigen, da den dargestellten Gesichtern humanoide Roboter als Vorlagen dienen. Die Gleichbehandlung bei der Umsetzung mit Wolle, löst deren Unterschiede zueinander auf und bricht mit der maschinellen Strenge der Motive durch den Einsatz der Hände und den damit einhergehenden Unregelmäßigkeiten. Aus den Köpfen wachsen organische Strukturen, welche an Pflanzen oder Geweihe erinnern können, aber zugleich auch wie Kommunikationsmittel zwischen den Wesen fungieren.

    In der Ausstellung „Mission Morgenstaub 2“ umkreist Penzkofer den Ausstellungstitel und fokussiert Transformationsprozesse vielfältiger Existenzformen. Ins Zentrum rücken die Verhältnisse zwischen dem Menschen und seiner pflanzlichen und tierischen Umwelt, dem Menschen und der von ihm geschaffenen Technik und Digitalität, sowie dem Menschen und seiner eigenen Geschichtsschreibung. Erinnert der Klang des Wortes Morgenstaub an Morgentau und somit an einen Beginn, verweist der Staub darin zugleich an dessen Ende, wobei die Nummerierung auf zyklische Vorgänge hinzuweisen und das Absolute eines Endes zu relativieren scheint.“

    Fabian Widukind Penzkofer

    Edition 156

    FABIAN WIDUKIND PENZKOFER

    Zur Ausstellung „Mission Morgenstaub 2“ von Fabian Widukind Penzkofer

    Titel:           „accept“

    Technik:      Stickerei auf Papier, 15 x 10,5 cm

    Limitiert:     1/15, 2026 

    Auflage:      15 Exemplare nummeriert und signiert

    Fabian Widukind Penzkofer hat 15 hochwertige Editionen zum Verkauf zugunsten des Kunstvereins erstellt. Jede Edition ist ein künstlerisches Unikat und ist mit einem hohen zeitlichen Einsatz des Künstlers pro Exemplar erstellt worden. Zu sehen ist das auf Papier gestickte Wort „accept“. Es ist auf hochformatigem Papier diagonal so angeordnet, dass es von links unten nach rechts oben aufstrebend wirkt. Das schwarze Schriftbild auf weißem Grund ist dabei bewusst nicht auf digitale oder maschinelle Exaktheit ausgerichtet, sondern es betont das freie künstlerische Schaffen. Die Nadel mit schwarzen Fäden durchdringen verletzend den Papieruntergrund irreversibel, verformen ihn und hinterlassen Spuren, die auch haptisch und taktil sowohl auf der Vorderseite als auch auf der Rückseite wahrgenommen werden können. Das Wort „accept“ ist als eine künstlerisch gestaltete Erzählung zu lesen, die im Kontrast zu traditionellen Spruchtüchern stehen, in denen oft zu Demut, Fleiß, Pietät oder Frömmigkeit aufgerufen wird. Penzkofer setzt diesem dogmatischen Anspruch auf Wahrheit seine poetischen und vielschichtigen Sichtweisen entgegen, die dazu anregen sich selbst mit der Vielfalt und Diversität unseres Seins auseinander zu setzen und alte Rollen-Klischees zu überwinden. Mit der meditativen Langsamkeit des Stickens von Linien und Formen setzt der Künstler bewusst ein Zeichen gegen die Schnelllebigkeit unserer mechanisierten und digitalisierten Zeit. Es betont mit seinen Werken den Anspruch der zeitgenössischen bildenden Kunst völlig frei und zwanglos mit Materialien umzugehen, wobei Grenzen zwischen Kunstgattungen und anderen Künsten aufgehoben werden können. 

    Maria Sieberg

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