- MAX MARION KOBER und ANDRÉ LINPINSEL
MALEREI – SKULPTUR/GRAPHIK
„KONDENSATKÖRPER“
14.06. – 05.07.2026

Zur Ausstellungseröffnung am Sonntag, den 14. Juni 2026, um 11.30 Uhr laden wir Sie und Ihre Freunde herzlich ein. Die Künstler sind anwesend. Es erscheinen zwei Editionen.
Kuratorin: Marika Dinn
Öffnungszeiten
Sonntag 11–17 Uhr, Samstag 15–18 Uhr, und nach Vereinbarung.MAX MARION KOBER
VITA
1980 geboren in Gifhorn, Niedersachsen, lebt und arbeitet in Adenbüttel und Grafhorst,
Niedersachsen2003 – 2007 Studium an der HBK Braunschweig bei Nicola Torke und Walter Dahn 2007 – 2009 Studium an der Städelschule Frankfurt/M. bei Michael Krebber (Meisterschülerin) 2007 – 2009 Studienstiftung des deutschen Volkes Ausgewählte Einzelausstellungen
2026 Kondensatkörper, Kunstverein Heinsberg (mit Andé Linpinsel) 2025 any key 4 avery door, still / let the distance keep us together, Haus Mödrath, Köln (mit Kalin Lindena) 2021 Kicking clouds around, Zero Fold, Köln 2019 Craque, Husslehof, Frankfurt/M. 2019 love a gas, ak RAUM, Köln 2018 Transformer, garage johnny guitar, Winden i. E. 2017 in the rotten bar, The Rotten Bar, Karlsruhe 2013 kalte Haare, offene Brücken, Phoenix B-B, Berlin (mit Kalin Lindena) 2007 Berappelgeschwindigkeit (three weeks – three openings), Brunn, Berlin Instagram:
max.marion.kober
max.matzepalazeKÜNSTLERISCHE HALTUNG
Seit 2003 befasse ich mich intensiv mit Formen der künstlerischen Ausdrucksweise und arbeite seit dem Ende meines Studiums als freie Künstlerin. Mein Weg führte mich von der Fotografie zu skulptural/installativen Arbeiten, über Drucke/Monotypien hin zur Malerei, dem Medium, in dem ich heute in erster Linie arbeite.

Ohne Titel, 2025, Gouache auf Papier, 32,5 x 25 cm
Die Wahl des Mediums ist für mich immer verknüpft mit der zugrunde liegenden Idee. Die Durchlässigkeit zwischen den verschiedenen Medien zugunsten der Entwicklung einer Position war und ist für mich elementar.
Man könnte beispielsweise sagen, dass ich an Skulpturen arbeite, die nur in der Malerei existieren können.

Ohne Titel, 2026, Gouache auf Papier 28,5 x 21 cm
Der vielbeschworene sogenannte rote Faden darf die Farbe also wechseln, er darf – und sollte meiner Meinung nach sogar! – immer mal wieder reissen (im Sinne von Deleuze/Foucault). Es geht auch um die Möglichkeit der Selbstüberschreitung, sich z.B. in etwas hinein zu stürzen, ohne das Ergebnis vorhersehen zu können.

Ohne Titel, 2025, Gouache auf Papier, 28,5 x 21 cm
Die einzelnen Arbeiten haben keine Titel. Die Tatsache, dass es kein Geländer gibt, an dem man sich orientieren kann, konfrontiert den/die Betrachter*in im besten Falle mit größtmöglicher Offenheit, zwingt gewissermaßen, sich auf das Sichtbare einzulassen, direkt mit dem Werk zu kommunizieren.
Jede meiner Arbeiten, sei es auf Papier oder auf Leinwand, jede Fotografie, jedes skulpturale Objekt, betrachte ich als einen sichtbar gemachten Ausschnitt eines potenziell unendlichen, virtuellen Raumes.
Ohne Titel, 2026, Gouache auf Leinwand, 95 x 80cm
Hypothese: „Ich sehe alles gleichzeitig, kann aber immer nur einen Teil sichtbar machen“.
Insofern betrachte ich meine Arbeiten als gleichwertig, ob auf Papier oder Leinwand, schnell hingetuscht oder sorgsam ausgearbeitet. Eine Konstruktrukionszeichnung kann zu Malerei werden, eine kleine Plastik wird als Stempel für Drucke verwendet…
Ohne Titel, 2026, Gouache auf Papier, 28,5 x 21 cm
(Max Marion Kober, 2025)
Copyright Text und Bilder: Max Marion Kober
ANDRÉ LINPINSEL
VITA
1975 geboren in Geseke / Westphalen, lebt und arbeitet in Braunschweig 1995 – 2002 Studium an der HbK Braunschweig bei Professor Thomas Virnich Ausgewählte Ausstellungen/Ausstellungsbeteiligungen
2002 Superschloss, Städtische Galerie Wolfsburg 2003 Terry ́s Anwesen, Brotherslasher Köln 2004 Terry Palmera, Brotherslasher at Art Cologne 2010 Terry Tivoli, Mischpoke Mönchengladbach „Castle of discipline“ 2013 Terry Felsbloom, Phoenix BB Berlin 2018 Terry Ducto, ak RAUM, Köln 2019 Wer kann, der soll, Kunstgruppe Salon Schmitz, Köln 2020 25 Jahre Kunstgruppe Salon Schmitz, Köln 2021 Cuenco Terry, ak contemporary, Köln 2021 Johannisstrom Terry Berlin Britzenale 2022 Salon Schmitz 2023 You Too Salon Schmitz 2024 Salon Schmitz 2024 Kunstverein Moers „Hülle Hütte Haut“ 2025 Mimi Rosa Geschirr und Schild 2025 30 Jahre Kunstgruppe Salon Schmitz ANDRÉ LINPINSEL ZU SEINEN ARBEITEN
Substrat Lemon, Ingwermoleküle, Lem Lim4 und Johannisspring sind maschinelle Ausdrucke auf Papier bzw. Blech und geben Ausschnitte wieder des sich täglich weiterentwickelndem Liniengitters „Terry Substrat“. Dieser geometrischen Zeichenarbeit liegt zugrunde ein zweckfreies Spiel mit Kreisen und Zentrallinien in der flachen Ebene. Anregen lasse ich mich dabei von miserablen, unscharfen photographischen Vorlagen.

Substrat Lemon 26, 100 x 75 cm, Pigmentdruck auf Papier, 2026
Der nebelige verschwommenne Dunst unscharfer floraler Motive kondensiert mit der Zeichenarbeit zu festen Linien. Die aufgezeichnete Linie ist für mich ein Gegenstand weder rein gedanklicher noch rein körperlicher Art. Das halbkörperliche Linienwerk bezeichnet einen erahnten Zusammenhang des Unsichtbaren mit den konturierten abgegrenzten Gegenständen, welche ich als Körper sehe und ergreife.
Eine ähnliche Ahnung, wie ich sie von elektrischem Strom, Schwerkraft oder ausgesendeten und empfangenen elektromagnetischen Wellen habe.
Durch die Umwandlung der Zeichnung in Baupläne und die daraus folgende Herstellung materieller Körper lösen sich die scharfen , idealistischen, geometrischen Gittergrenzen wieder auf, das diskrete wird kontinuierlich und das Bildwerk, die verkörperlichte Zeichnung, wird Teil meiner materiellen Umgebung.


links: Lem Lim 4, Pigmentdruck auf Papier, 29,7 x 42 cm, 2026
rechts: Johannisspring, Pigmentdruck auf Papier, 45 x 60 cm, 2026
Ingwermoleküle, Pigmentdruck auf Metall, 50 x 75 cm, 2020

Caimito, Blech, 100 x 100 x 130 cm, 2011
Der Bauplan für die Caimitofrucht ist entstanden in dem Versuch, die Gestalt von tropischen Früchten einer Geometrie unterzuordnen. Die Tropen sind schwer erreichbare Gegenden. Die Herstellung der Skulptur hat mich ein wenig näher dorthin gebracht.

Sprudel, Aluminium, 2,10 m, 2005-6
Der Bau des Sprudels geht zurück auf die Untersuchung von photographisch eingefrorenem Wasser. – Die Unmöglichkeit fließende Formen zu erfassen und das Wissen darum, das jedes aktuelle sowie jedes zukünftige Bildgebungsverfahren nur eine begrenzte Schärfe liefern wird, war der Anlass für mich Gestalten zu erfinden unabhängig von der empirischen Analyse optischer Phänomene. Anstelle von Beobachtung und Nachahmung wurde für mich die Linienkonstruktion zum Fundament der Formgebung. So ist auch der Bauplan des Sprudels eine numerisch nachvollziehbare Ordnung von Kreislinien.

Lichtsektoren, Metall und Holz, 120 x 130 x 120 cm, 2025
Aluminiumskulpturen gepaart mit Gittern, die Lichtfilter sind. Die Arbeit rückt mich gedanklich in die Nähe der Frage nach der materiellen oder immateriellen Eigenschaft und Greifbarkeit dessen, was durch die Öffnung des Gitters hindurchdringt.
Licht.André Linpinsel, 2026
Copyright Text und Bilder: André Linpinsel
Edition 157
MAX MARION KOBER

Titel: „o. T.“ (Horde Heinsberg), 2026
Technik: Objekt, Gießharz mit Marmormehl
Auflage: 1/8 + 2 AP, 2026, nummeriert und signiert
120 x 70 x 65 mmIst das kleine weiße Objekt aus der Malerei herausgetreten? Ist es auf dem Sprung hinein? Wie ändert sich seine Gestalt beim Übergang von einem zum anderen Medium? Sind wir rechtzeitig da, um es beobachten zu können oder ist es schon wieder hinter einer Farbschicht verschwunden? – Diese Fragen stellt sich Max Marion Kober, die hier im Kunstverein Heinsberg mit Malerei vertreten ist, aber verschiedene Medien, Materialien und Techniken nutzt, um ihr Anliegen zum Ausdruck zu bringen. Fast wie schwebend zeigt sich hier eine weiße Form mit leicht glitzernder Oberfläche, die auf einer Plinthe steht und fast wirkt, als sei sie zu schwer für die kleine Standfläche. Die sorgfältig ausgearbeitete Ponderation sorgt jedoch sowohl für spielerische Leichtigkeit als auch für Standfestigkeit. Dieses Wechselspiel verschiedener Eindrücke – welches sich auch in ihrer Malerei zeigt -, bringt hier, in dieses kleine Objekt, eine Spannung und Ruhe gleichermaßen hinein.
Verpackt wird das Objekt in einem weißen Karton, der signiert und mit einem „Fußabdruck“ eines Objektes individuell bestempelt wurde.
Max Marion Kober nennt diese Edition „Horde Heinsberg“; eine andere Edition kleiner weißer Objekte – angefertigt für eine Edition in Brühl – nennt sie „Bande Brühl“; diese angefangene Serie soll bei weiteren Ausstellungen ergänzt werden.
Dazu gibt es in jedem Karton einen Aufkleber mit der Abbildung der Edition: dies kann der Beginn einer Sammlung verschiedener kleiner weißer Objekte werden, die sich auf einem „Sammelposter“ im A3-Format für die Aufkleber, welches Käufern von der Künstlerin zugesandt wird, wiederfinden.
ANDRÈ LINPINSEL

Titel: Koriberg, 2026
Technik: Aquarell und Pigmentdruck auf Papier
Auflage: 8 Unikate, nummeriert und signiert, o. R.
42,0 x 29,7 cmDie Papierarbeiten zeigen, wie aus dem hintergründigen, vormals rein gedanklichen Liniengestrüpp konturierte Formen kondensieren.
Ein anfängliches Entstehungsstadium von greifbaren Körpern.
Diese bilden ein minimales Relief von Farbpartikeln auf dem Papier. – Diese Gedanken äußert André Linpinsel zu seiner Edition. Wie sein gesamtes Werk basiert auch diese Arbeit auf der zugrundeliegenden lebenslang sich weiterentwickelnden Zeichnung, deren Ausgangspunkt florale Strukturen sind. Durch vielfache Überzeichnungen entstehen immer neue, veränderte Strukturen, die wie ein Bauplan wirken.Der Titel ist eine Wortschöpfung aus einem – auf irgendeiner tiefliegenden Schicht dieser Zeichnung – sich befindlichen Bild einer Koriander-Form, die für den Kunstverein Heinsberg von ihm zu einer einzigartigen Edition verdichtet und aquarelliert wurde. Dabei sind 8 unterschiedliche, einzeln gemalte Aquarelle entstanden, die wie der poetische Blick durch ein Mikroskop wirken.
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